Warum Physio? & Wozu?

Warum Physio? & Wozu?

Seit Langem gilt die Physiotherapie im Humanbereich als bewährte Heilmethode/Therapiemethode. Für uns Menschen ist es daher selbstverständlich nicht nur nach einer Operation zur Physiotherapie zu gehen sondern auch bei Beschwerden wie Verspannungen zur Massage zu gehen.

Warum also sollte man eine solch bewährte Methode nicht auch bei Tieren anwenden? „Die Tiere stehen auf vier Beinen.“ Ja, dieses scheinbare „Gegenargument“ ist in dem Sinne nicht korrekt, da unsere Vierbeiner trotzdem einen ähnlichen Körperaufbau wie wir Menschen haben- natürlich abgesehen von ein paar gravierenden Unterschieden.

Trotzallem treiben die Tiere wie auch wir Sport oder können sich beim Spielen eine Verstauchung zuziehen. Nicht anders als beim Menschen, macht der Alterungsprozess auch vor unseren Tieren keinen Halt. Zudem leiden viele Tiere unter Muskelhartspann, sprich Verspannungen der Muskeln.
Wie man also sehen kann, können Tiere dieselben körperlichen Probleme und Alltagsbeschwerden wie wir Menschen haben. Betroffene Tiere stehen nach dem Liegen schwer auf, bewegen sich verhalten oder machen Ausweichbewegungen bei Berührungen. Tatsächlich können auch bestimmte Verhaltensauffälligkeiten beim Tier ein unangenehmes Resultat von Beschwerden sein.

Unabhängig vom Alter oder den körperlichen und seelischen Anforderungen, kommt es zu einer Steigerung des Wohlbefindens, Verbesserung der Beweglichkeit und zur Leistungsoptimierung. Die Tiere haben wieder mehr Lebenskraft und Lebensfreude.

Zu lange Krallen beim Hund

Zu lange Krallen beim Hund

Krallenpflege beim Hund

Die Hundekralle wächst ein Leben lang nach, wie beim Menschen die Finger- und Zehennägel. Daher ist eine regelmäßige Krallenpflege notwendig.

Unsere Hunde sind Zehengänger, sie berühren also bei der Fortbewegung nur über die Zehen den Boden. Die Verlängerung der Endphalanx bildet die Kralle und ist somit das Endglied der Gliedmaße. An ihren Vorderpfoten haben sie jeweils fünf Zehen, an den beiden Hinterpfoten haben sie normalerweise vier Zehen. Eine Wolfskralle, auch Afterkralle genannt, ist eine an der Innenseite der Hinterläufe zusätzlich ausgebildete Zehe. Vereinzelte Rassen haben eine Doppel-Wolfskralle.

Das Thema Krallenschneiden ist bei Hunden, so auch bei den Hundehaltern, nicht sehr beliebt. Dabei ist es für die Gesundheit des Hundes unumgänglich.

Die Krallen der Hunde, die viel auf Asphalt laufen, weisen eine natürliche Abnützung auf. Doch viele Hunde laufen vermehrt auf weichen Böden, somit ist der Abnutzungseffekt nicht mehr oder nur gering gegeben. Die Krallenlänge sollte in beiden Fällen regelmäßig kontrolliert werden. Besonders bei älteren Hunden oder Hunden, die eine Schonhaltung zeigen oder die eine Gliedmaßenfehlstellung haben, nützen sich die Krallen sehr häufig ungleichmäßig ab.

Die Auswirkungen zu langer Krallen

Die Auswirkungen und Folgen kommen schleichend und manche davon bleiben.

Gestörtes Gangbild

Die lange Kralle verändert die Stellung der Zehenglieder und erzeugt so einen Druck auf die Strukturen in der Pfote. Anfangs werden die Schritte unangenehm, mit der Zeit können sie sogar schmerzhaft sein. Die physiologischen Bewegungsabläufe sind beeinträchtigt und dadurch verändert sich das Gangbild des Hundes.

Gelenkprobleme

Die Ausweichbewegungen des Hundes und die veränderte Standposition einer Pfote übertragen sich nicht nur auf die oberen Strukturen der Gliedmaße, sondern auf den gesamten Körper. Ein unphysiologisches Gangbild beeinflusst die Muskulatur und führt zu Gelenkproblemen. Mit der Zeit kann so Arthrose entstehen.

Körperwahrnehmung

Die Pfote wird von Nervensträngen durchzogen. Unter den Nervenzellen findet man auch Propriozeptoren, die für eine komplexe Sinneswahrnehmung zuständig sind, nämlich für die Tiefenwahrnehmung bzw. –Sensibilität. Die Rezeptoren geben detaillierte Informationen an das Gehirn weiter, sodass die Hunde in der Lage sind auf Bodenbeschaffenheiten zu reagieren und gegebenenfalls Ausgleichsbewegungen vorzunehmen. Sind die Propriozeptoren gestört, fällt es dem Hund schwer Bewegungen richtig wahrzunehmen und diese zu koordinieren.

Woran erkennst du nun ob die Krallen zu lang sind?

Zwei Anhaltspunkte gibt es, ob eine Kralle zu lang ist:

  • Die Kralle berührt den Boden, wenn der Hund auf geradem Untergrund steht.
  • Bei Betrachtung der Pfote von unten, überragt die Kralle den Ballen. 

Individuelle Krallenpflege

Wie schon beschrieben, ist der Abnutzungseffekt von Hund zu Hund unterschiedlich. Daher ist es wichtig, dass du die Krallen in eigener Regelmäßigkeit kontrollierst und bei Bedarf kürzt. Achte zusätzlich auf eingerissene oder gebrochene Krallen. Besonders bei der Daumenkralle. Kleiner Tipp bei vermehrten eingerissenen oder gebrochenen Krallen kann Zink helfen.

Krallenzangen und –Scheren nutzen sich ab und werden stumpf. Diese schneiden die Krallen kaum noch und quetschen diese dazu. Für den Hund kann dies sehr unangenehm bis schmerzhaft sein.

„Entartete“ Krallen

Krankhafte Prozesse an Krallenfalz, Krallenbett und an der Kralle selbst sind beim Hund eher selten. Bei einer Auffälligkeit sollte der Hund dem Tierarzt vorgestellt werden.

Bei „entarteten“ Krallen kann häufiges minimales Krallenschneiden helfen. Das Leben, das Blutgefäß, zieht sich zurück und die Kralle kann auf ein gesundes Maß gekürzt werden. Sollte dein Hund länger mit zu langen Krallen das Leben gemeistert haben, gibt es Möglichkeiten einen normalen Bewegungsablauf wieder herzustellen. Die Folgen kommen schleichend, somit verändert sich auch das Gangbild schleichend. Es ist möglich, dass es dir bis jetzt noch nicht aufgefallen ist. Bei einem Termin schaue ich mir das Gangbild deines Hundes genau an.

Propriozeptionstraining setze ich sowohl bei älteren Tieren als auch bei Sporthunden zur Verbesserung der Eigenwahrnehmung ein.

Kopfschmerzen beim Hund

Kopfschmerzen beim Hund

Das alltägliche Problem Kopfschmerzen ist beim Menschen weit verbreitet. Fachleute kennen mehr als 200 verschiedene Formen von Kopf- oder Gesichtsschmerzen. So kommt die Frage auf, ob unsere Hunde auch darunter leiden können. Und wenn ja, wie können wir das erkennen? Und vor allem, was können wir tun, um unseren vierbeinigen Freunden zu helfen?

Erkennen Sie Kopfschmerzen bei ihrem Hund

Um Kopfschmerzen beim Hund zu erkennen, ist es wichtig sich die Verhaltensauffälligkeiten und das Erscheinungsbild des Hundes anzusehen. Je besser Sie Ihren Hund kennen/seine Körpersprache lesen können, desto schneller sehen Sie kleine Veränderungen im Verhalten.

Im speziellen Fall von Kopfschmerzen sind Hunde lichtempfindlich bis zu geräuschempfindlich. Das sehen Sie z.B. am Zukneifen der Augen oder an angespannten Gesichtszügen. Sie ziehen sich meist in ruhige, dunkle Ecken zurück. Zusätzlich können vermehrter Tränenfluss, ein vortretendes drittes Augenlid und eine veränderte Kopfhaltung auffällig sein.

Natürlich sind die Auffälligkeiten von Hund zu Hund unterschiedlich. Ein gutes Beispiel dafür ist die Berührungsempfindlichkeit des Kopfes. Manche Hunde möchten am Kopf oder auch an den Ohren nicht gestreichelt werden, andere wie zum Beispiel meine Hündin zeigen eine gewisse Erleichterung bei der Berührung der Stirn. Sie schließt dabei die Augen. Man kennt es vielleicht von sich selbst, intuitiv berührt man die Stelle am Kopf, die am meisten schmerzt, und für den Moment bringt allein die Berührung Erleichterung.

Das Tragen eines Kragens, diese ungewohnte Situation, kann Stress bedeuten. Der damit verbundene Druck und das eingeschränkte Sichtfeld können zu Kopfschmerzen führen.

Allgemeine Schmerzsymptome können auftreten: Hecheln, vermehrtes Speicheln, Schmatzen, Verhaltensveränderungen wie Apathie, Futterverweigerung, Vermeidung von Bewegung etc.

Wie können Sie Ihrem Hund mit Kopfschmerzen helfen?

In erster Linie ist es wichtig, die Ursache der Kopfschmerzen zu suchen. Es ist daher notwendig den Tierarzt aufzusuchen und abklären zu lassen, ob es sich zum Beispiel um eine Erkrankung der Sinnesorgane handelt, ob sich eine Allergie auf diese Weise zeigt oder ob es sich um ein Zahnproblem handelt. Genau wie bei uns Menschen kann die Ursache sehr unterschiedlich sein.

Darüber hinaus kann Cranio-Sacral-Balance bestimmte Unterstützung bieten. Sie wird unter anderem bei Asymmetrien und Dysfunktionen im Bereich des Schädels eingesetzt. Bei einer Verspannung der Muskulatur der Halswirbelsäule können auch eine Massage und gewisse Faszientechniken Ihrem Hund zugutekommen. Temperamentvolle Hunde, die wildes Toben lieben oder ab und zu in die Leine springen, neigen oft zu einer verspannten Halsmuskulatur, die auch Auswirkungen auf weitere Körperstrukturen haben kann.

Bei einem Termin zeige ich Ihnen wie Sie selbst Ihrem Hund mit kleinen Handgriffen helfen können, sodass Sie das Wohlbefinden Ihres Hundes steigern.

So unterschiedlich die Auffälligkeiten/Symptome sind, so vielseitig sind auch die Ursachen für Kopfschmerzen beim Hund. Umso besser wir unsere Hunde lesen können, desto schneller sehen wir, wenn etwas nicht stimmt oder sie Schmerzen haben.

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